watch me

,watch me‘ eine Arbeit, die sich mit dem Innen und Außen beschäftigt. Es geht um den Zwang immer erreichbar zu sein, sich immer mit vielen Dingen gleichzeitig zu beschäftigen.

Das immer mitgeführte Telefon wird in ,watch me‘ seiner eigentlichen Verwendung entzogen und nur mit einer einzigen Nutzung belegt. Nämlich der des Spiegels. Doch auch dieser Spiegel wird nicht dazu genutzt sich selbst zu betrachten, sondern seine Umwelt. In der Arbeit geht es um das Vergessen der Ich-Betrachtung und dem Wahrnehmen des Leben um sich herum. Wie ändert sich das Verhalten zu der Kamera, die Sicht auf sich selbst und das Leben um sich herum?

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Eine Wahrnehmungsübung aus Marina Abramovics Workshops wird in dieser Arbeit annektiert und Grundlage dieser. In dieser Übung gehen die Teilnehmer über lange Zeit
rückwärts durch die Natur. Einer kleiner Spiegel hilft ihnen sich in der Umgebung zurecht zu finden.
Als Spiegel fungiert in dieser Performance das Iphone mit der Verlängerung durch einen selfie stick. Der Ort ist ein belebter Teil der Stadt. Passanten sehen eine junge Frau in Alltagskleidung. Sie hält einen selfie stick und geht langsam rückwärts durch die
Straßen. Die Performerin findet sich nur mit Hilfe der Videofunktion ihres
Handys zurecht.
Die Dauer der Arbeit geht über die Dauer des Akkus des Geräts und der Möglichkeit Videos aufzuzeichnen. Die menschliche Aktion wird durch das technische Außen begrenzt.
Die Performerin geht nicht auf eventuelle Einwirkungen von außen ein z.B. Ansprechen von Passanten, sondern konzentriert sich in der lauten Umgebung der Stadt auf sich und einer simplen Tätigkeit: dem Gehen. Der Weg wird anders gesehen, gespürt, unterschiedlich Dinge geben Halt oder verunsichern.

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